Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust (5. Mose 30,14).


Wenn man das fünfte Buch Mose liest, bekommt man das Gefühl, Mose redet ohne Ende. In seiner Abschiedsrede schwört er die Israeliten mit einer kaum endenden Fülle von Gesetzen auf die Zukunft ein. Manch einem wird der Kopf geschwirrt haben vor lauter Mahnungen und Weisungen.


Aber es ist auch eine besondere, einmalige Situation. Eine neue Generation steht an einer entscheidenden Weggabelung. In der Ferne können sie schon das ihnen zugesagte Land erkennen, dass Gott ihren Eltern und Großeltern versprochen hat. Und Mose will ihnen die Chance geben, es besser zu machen. Er will helfen, die Fehler, die ihre Eltern gemacht haben, nicht zu wiederholen. Deshalb die vielen Gebote und Ermahnungen. Das Leben im gelobten Land soll gelingen, damit die Israeliten eine Zukunft mit Gott haben.


Es sind 613 „Gebote“ - in den Zehn Geboten zusammengefasst und ausgeführt in vielen Einzelanweisungen. Von ihnen hängt alles ab, Mose sagt: „Ihr könnt wählen, zwischen Segen und Fluch, zwischen Tod und Leben“ (5. Mose 30, 19).
Gilt das auch für uns heute? Können wir Christen uns nicht einfach auf Jesus und Paulus berufen? Jesus hat ja schließlich gesagt, dass alle Gebote aufgehoben sind in den beiden: Du sollst Gott lieben und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Paulus hat sogar gesagt, dass Christus das Ziel des Gesetzes ist.


Ich denke, die Abschiedsrede von Mose ist nicht nur für die Israeliten bestimmt. Immerhin kommt das Wort „Heute“ 60 mal in diesem Buch vor. Auch die Einleitung des Monatsverses wird am Anfang des Kapitels mit „Heute“ eingeleitet (Vers 1). Wie die Israeliten stehen auch wir heute vor der Entscheidung, ob wir unsere Zukunft mit Gott und seinem Wort gestalten wollen oder ohne ihn.


Müssen wir Christen also alle 613 Bestimmungen des fünften Buch Mose einhalten? Sicher nicht die vielen Einzelbestimmungen wie Speisegebote und Opfergesetze etc. Mose geht es vor allem darum, die Zehn Gebote auszuführen, die er von Gott empfangen hat. In dem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe sind wiederrum die Zehn Gebote zusammengefasst, die für uns Christen Richtschnur sind, an die wir uns halten sollen auf unserem Weg mit Gott. Sie entscheiden auch heute für uns über ein gelingendes und nichtgelingendes Leben, über eine Zukunft mit oder ohne Gott.


In der jüdischen Überlieferung heißt es, dass das Gesetz Gottes nicht schwer ist, es bedarf nicht der Auslegung von Propheten oder Gelehrten. Jeder kann es verstehen und tun, weil es keine lebensfremde Rede ist, sondern lebendiges Gotteswort – direkt an uns gerichtet.


Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust. Mit diesen Worten schließt Mose uns einen weiten Horizont auf. Sicher sind Gottes Gebote an uns gerichtete Weisungen, die wir halten sollen. Aber darüber hinaus ist Gottes Gesetz noch etwas Anderes: nämlich Geschenk Gottes an seine Menschen.


In seiner Abschiedsrede verdeutlicht uns Mose das Ziel aller Gesetze und Gebote. Es besteht darin, dass wir begreifen, dass Gott uns in seinem Wort unendlich nahe ist und dass wir in allem, was wir tun, auf Gott vertrauen können – auch in der Befolgung von seinen Geboten. Auch die Gebote sind Wort Gottes an uns, von Gott in unseren Mund und in unser Herz gelegt, damit wir sie tun. Und sein Wille ist, dass nicht nur uns ein erfülltes Leben in der Liebe Gottes geschenkt wird, sondern wir selbst sollen erfülltes Leben ermöglichen – für uns und für andere.

In herzlicher Verbundenheit
Pastor Willi Müller

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



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