Wie entlastend. Da gibt es ein Gegenüber, an dem ich zugeben kann, wie viel Sehnen, wie viel Seufzen in mir ist. Dass ich nichts verbergen muss – weder bei mir noch vor anderen. Wie gut doch solche Zeiten sind, in denen ich erinnert werde, dass ich nicht selbst mit allem fertig werden muss. Dass ich mich mit allem, was in mir ist, Gott zuwenden kann. Manchmal ist es fast schmerzhaft, dieses tiefe Gefühl, sich zu sehnen. Und immer ist es damit verbunden, dass ich etwas sehr vermisse. 

So will ich mich an Gott erinnern. Zum Beispiel, wenn ich in der Bibel lese und dabei entdecke, wie Menschen ihre Sorgen und Freuden des Lebens Gott mitteilen. Und wie sie aus dem Kreisen um sich selbst Befreiung erfahren.

schrei

 

 

Im Psalm 38 geht es um einen Menschen, der schon länger krank ist. „Kraftlos bin ich und ganz zerschlagen. Ich schreie in der Qual meines Herzens“ (V9 ). Eine solche Situation ist schwer auszuhalten und es drängen sich Fragen auf. 

Warum musste es mich wieder treffen?  Gibt es einen Zusammenhang von meinem Leben und meiner schweren Erkrankung? Ist Krankheit Strafe? 

 

 

Nein. Krankheiten sind nicht Zeichen eines fehlenden Glaubens, Glaube und Segnung verhindern aber auch keine Krankheiten. Krankheiten kommen einfach vor. Aber sie können eine Zeit sein, intensiver über das eigene Leben nachzudenken und zu sehen, wo ich mir selber mein Leben zu sehr belaste. Manchmal aber bleibt auch die Verzweiflung. Wie gut, wenn es dann noch gelingt, mit meiner tiefen Sehnsucht im Gespräch mit Gott zu bleiben. „All mein Sehnen, Herr liegt offen vor dir, mein Seufzen ist dir nicht verborgen“.

Und vielleicht können wir diese Worte des Psalmschreibers auch noch anders verstehen, wenn es heißt: „Deine Hand lastet schwer auf mir“ (V3.) Nicht als Strafe, sondern als Nähe, die auch wehtun kann. Aber diese Nähe bleibt und damit ist die ganze Erschöpfung und Verzweiflung nicht ins Leere geschrien. Du, Gott, wirst mich hören.

So gesehen kann Krankheit auch als Chance verstanden werden, mit Gott ins Gespräch zu kommen, von ihm befreit zu werden. Krankheit nicht als Strafe zu begreifen. Wohl als Einbruch in mein gewohntes Leben, aber in dem Wissen, dass Gott mich in der Tiefe halten wird – bei allen Rissen und Brüchen, die das Leben mir beschert. 

Mit guten Wünschen 

Euer Pastor Willi Müller

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