Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, die Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm (Matthäus 2, 9-11).

Eine sonderbare Geschichte im Matthäusevangelium. Sie macht uns deutlich, dass es um den in den alten Schriften angekündigten Messias geht. Gott spricht wieder neu zu seinem Volk und eine neue Zeit der Gottesherrschaft wird herbeiführt. Dazu berichtet Matthäus von heidnischen Gelehrten, die sich mit den Zusammenhängen von kosmischen Ereignissen und den Geschehnissen auf der Erde beschäftigen. Sie sind die wahren Gottessucher. Das Erscheinen eines Lichtereignisses am Himmel war Zeichen einer königlichen Geburt.

Drei Weise

Diese Sterndeuter waren scheinbar sehr ausdauernd, klug und vom Ergebnis ihrer Forschung überzeugt. Damit macht Matthäus von Anfang an klar, dass der Adressat der Botschaft Gottes nun auch die Völker der Welt sind. Diese heidnischen Sterndeuter tragen mehr Überzeugung in sich, als die frommen Gelehrten in Jerusalem.

Der Auftrag des jüdischen Volkes, den Völkern Gott nahezubringen, findet in Jesus letztendliche Erfüllung. Wir wissen nicht viel über diese Forscher. Wesentlich ist, dass sie keine Juden waren und durch das kosmische Ereignis auf den Weg gebracht wurden, mit dem Vorhaben, den neuen König anzubeten.

Es fehlt jeder Hinweis auf ihre Frömmigkeit. Es ist markant, das Matthäus die Motivation zur Suche nicht an ein Gotteswort bindet, nicht einmal an einen Traum. Der Antrieb  zur Suche entsteht aus ihrer Weltbetrachtung, ihrer Beachtung des Kosmos. Und der Leser weiß, es ist die Suche nach Gott, der uns in der Krippe in Betlehem nahekommt. Das Ziel der Weisen steht fest: Sie wollen dem neugeborenen König die Ehre geben. So sind sie als die ersten Gottessucher der neuen Zeit ein Vorbild für uns.  

Der despotische König Herodes wird erst durch die heidnischen Gelehrten aufmerksam.  Er lässt nach dem neugeborenen König suchen, aber sein Suchen ist vom Bösen motiviert. Herodes ist heuchlerischer Gegensatz zu den suchenden Gelehrten, er steht für das Festhalten am Alten mittels Machtmissbrauch und Gewalt. Vierzig Jahre lang führte er eine Schreckensherrschaft in Judäa. Man mag mit solchen Mitteln viel erreichen, aber zum wirklichen Ziel nicht kommen.

Die Berater des Herodes können aus den Schriften den Ort Betlehem nennen und Herodes versucht seinen Machtanspruch durch Kindermord umzusetzen.

Die Weisen aber werden von Gott geführt und sind in Betlehem am Ziel.  Und sie werden von großer Freude erfüllt. Eine Freude, die diametral zu dem Erschrecken des Herodes steht.

Die Weisen sind vorbildliche Gottessucher. Sie sind überzeugt, dass ihre Untersuchungen sie auf den richtigen Weg führen, so stark, dass keine Zweifel aufkommen. Sie huldigen dem kleinen Königskind Jesus. Sie öffnen ihre Schatzkisten und lassen ihre Geschenke da.

Und sie erfüllen noch eine ganz wichtige Aufgabe, die ihnen im Traum mit auf den Weg gegeben wird. Gott greift schützend ein und lenkt sie auf einen Umweg, weg vom listigen Herodes.

Der Weg Gottes zu den Menschen ist immer bedroht. Immer wieder begegnet er menschlicher Willkür, Gewalt und Missbrauch. Aber Gott bringt die Geschichte zum Ziel: Jesus als Leben bejahendes Wort Gottes. Er lebt und bringt die erlösende Nachricht zu allen Menschen.

Wie gut, dass die Weisen nicht beim Bestaunen eines kosmischen Ereignisses stehen geblieben sind. Sie haben gesehen, was sich dahinter verbirgt.

So sind auch wir heute aufgefordert zu mehr innerer und äußerer Achtsamkeit, zum Wahrnehmen göttlicher Fügung im Werden und Bestehen unserer Welt. Was mir der Stern der Weisen zu denken gibt: Als Christen haben wir keine 5-Sterne Religion. Wir haben den Glauben an einen Gott, der uns in Menschengestalt nahe gekommen ist. Der mitleidet und dort spricht, wo wir aufmerksam sind. Möge er uns mit großer Freude genau dort erfüllen.

Eine gesegnete Weihnachtszeit und gute Wünsche für das Jahr 2019

Euer Pastor Willi Müller

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